Die Lage

In vielen Jahrzehnten der Vergangenheit erklommen Menschen den 393 m hohen Heiligenberg, östlich des Felsberger Stadtteils Gensungen gelegen. Dem Besucher bietet sich ein herrlicher Rundblick in die Niederhessische Ebene. Nur an wenigen Stellen sichtbar, schlängelt sich die Eder durch fruchtbare Äcker und Wiesen, um nach 8 km in die Fulda bei Edermünde zu münden. Die Quelle der Eder liegt im Rothaargebirge. Niederhessen war im ersten Jahrtausend das Land des germanischen Stammes der Chatten. Gudensberg war der Mittelpunkt des Stammes. Den Chatten folgten vor der ersten Jahrtausendwende die Franken.

Von der Höhe des Berges schweift der Blick über das nordhessische Bergland mit seinen unzähligen Basaltkuppen.

In nördlicher Richtung liegt der Habichtswald, der Niedensteiner Kopf, dem schliessen sich die Baunsberge, die Waldecker und Wildunger Berge an. Westlich liegt der Kellerwald bis zu 650 m hoch. Südlich ist der Blick auf den Mosenberg, den Knüll (ca . 630 m) und den Eisenberg gerichtet. Vom Süden bis Osten ist das nähere und weitere Umfeld des Heiligenberges von grossen Waldflächen bestimmt. Der etwa 742 m hohe Meißner überragt alle anderen Höhen. Entlang der Bundesautobahn A 7 liegen die Söhre und der Kaufunger Wald.

In der Talniederung von Eder und Schwalm sind etwa 50 Ortschaften zu erkennen. Dort verläuft auch die Main-Weser-Bahn, 1849 erbaut, die Kassel mit Marburg - Gießen und Frankfurt verbindet.

Der Heiligenberg, eine geschichtsträchtige Erhebung, könnte in vorchristlicher Zeit eine heidnische Malstätte gewesen sein. Archivar Dr. Landau schreibt 1860 über den Heiligenberg, dass der Name sicher nicht von einem Besitztum der Kirche her rühre, eher sei eine Antwort zu finden, wenn man sich dem Ort Gensungen zuwende. Hier befand sich die Malstätte eines der neun alten Centgerichte des Hessengaues und ebenso war hier die Kirche in Gensungen Sitz eines der neun Erzpriester  des hessischen Archidiakonats. In Gensungen wurde im Mittelalter eine Kapelle, die St. Albanskapelle, errichtet.

Der Berg selbst hat um 1100 n. Chr. den Grafen von Felsberg gehört.

Nördlich des Berges ist der Blick auf Mauerreste des ehemaligen Klosters Eppenberg und die Domäne Mittelhof, Besitz des Landes Hessen, gerichtet. Die Domäne wird heute als Saatzuchtbetrieb geführt. Auf dem Gebiet des ehemaligen Klosters befindet sich ein Bienenkundemuseum.