Heiligenberg

Die Burg Heiligenburg oder Burg Heiligenberg ist eine Ruine einer Höhenburg bei Felsberg in Nordhessen.
Der 393 m ü. NN hohe Basaltkegel liegt oberhalb des Felsberger Ortsteils Gensungen an der Eder. Der Name des Berges stammt von einer der ältesten Kirchen Hessens. Vom Berg und der Ruine hat man einen herrlichen Rundblick, so dass der Heiligenberg ein beliebtes Ausflugsziel ist. Die Ruine mit Turm ist frei zugänglich.
Die nachweislich älteste bildliche Darstellung der Burg Heiligenberg ist in Wigand Gerstenbergs Landeschronik von Thüringen und Hessen abgebildet (Quelle: Wikipedia)

Eine weitere Quelle finden Sie im Regiowiki der HNA

 Vom 1. Advent bis zum Dreikönigstag leuchtet ein Weihnachtbaum auf der Burg, den der Heiligenbergverein jährlich aufstellt
Die Sandtseinplatte mit dem Zitat des Heiligen Benedikt an der Ostmauer der Burg Heiligenberg

Felsberg (Mitte), Heiligenberg (rechts), Kartause Eppenberg (rechts hinten) [ Merian 1655

Die Lage
In vielen Jahrzehnten der Vergangenheit erklommen Menschen den 393 m hohen Heiligenberg, östlich des Felsberger Stadtteils Gensungen gelegen. Dem Besucher bietet sich ein herrlicher Rundblick in die Niederhessische Ebene. Nur an wenigen Stellen sichtbar, schlängelt sich die Eder durch fruchtbare Äcker und Wiesen, um nach 8 km in die Fulda bei Edermünde zu münden. Die Quelle der Eder liegt im Rothaargebirge. Niederhessen war im ersten Jahrtausend das Land des germanischen Stammes der Chatten. Gudensberg war der Mittelpunkt des Stammes. Den Chatten folgten vor der ersten Jahrtausendwende die Franken.
Von der Höhe des Berges schweift der Blick über das nordhessische Bergland mit seinen unzähligen Basaltkuppen.
Pano burg heiligenberg schwalm eder niederung ds wv 07 2010
In nördlicher Richtung liegt der Habichtswald, der Niedensteiner Kopf, dem schliessen sich die Baunsberge, die Waldecker und Wildunger Berge an. Westlich liegt der Kellerwald bis zu 650 m hoch. Südlich ist der Blick auf den Mosenberg, den Knüll (ca . 630 m) und den Eisenberg gerichtet. Vom Süden bis Osten ist das nähere und weitere Umfeld des Heiligenberges von grossen Waldflächen bestimmt. Der etwa 742 m hohe Meißner überragt alle anderen Höhen. Entlang der Bundesautobahn A 7 liegen die Söhre und der Kaufunger Wald.
In der Talniederung von Eder und Schwalm sind etwa 50 Ortschaften zu erkennen. Dort verläuft auch die Main-Weser-Bahn, 1849 erbaut, die Kassel mit Marburg – Gießen und Frankfurt verbindet.
Der Heiligenberg, eine geschichtsträchtige Erhebung, könnte in vorchristlicher Zeit eine heidnische Malstätte gewesen sein. Archivar Dr. Landau schreibt 1860 über den Heiligenberg, dass der Name sicher nicht von einem Besitztum der Kirche her rühre, eher sei eine Antwort zu finden, wenn man sich dem Ort Gensungen zuwende. Hier befand sich die Malstätte eines der neun alten Centgerichte des Hessengaues und ebenso war hier die Kirche in Gensungen Sitz eines der neun Erzpriester des hessischen Archidiakonats. In Gensungen wurde im Mittelalter eine Kapelle, die St. Albanskapelle, errichtet.
Der Berg selbst hat um 1100 n. Chr. den Grafen von Felsberg gehört.
Nördlich des Berges ist der Blick auf Mauerreste des ehemaligen Klosters Eppenberg und die Domäne Mittelhof, Besitz des Landes Hessen, gerichtet. Die Domäne wird heute als Saatzuchtbetrieb geführt. Auf dem Gebiet des ehemaligen Klosters befindet sich ein Bienenkundemuseum.

Chronik

1181
bis
1186
lässt das Erzbistum Mainz, das in Fritzlar einen festen Platz hat, auf dem Heiligenberg eine Schutzburg gegen die Thüringer Landgrafen errichten. Auf der Burg residieren zunächst die Grafen Henrich und Isfried vom Heiligenberg, aus dem Geschlecht der Ziegenhainer Grafen.
1232 lässt Landgraf Konrad von Thüringen die Burg zerstören. Wolfershäuser Burgmannen müssen im Auftrag des Erzbistums die Burg wieder aufbauen.
1273 nach einem 40-jährigen Frieden, lässt Landgraf Heinrich I. von Hessen die Burg endgültig zerstören. 128 Jahre liegen die Mauerreste im Dornröschenschlaf.
1401 bis 1403 wird die Burg in kleinem Stil von den hessischen Landgrafen aufgebaut und Amtleuten besetzt, u.a. von Henne und Hermann Riedesel.
1413 bis 1439 erhält Henne von Wehren die Burg als Lehen übertragen.
1453 befindet sich die Burg in einem baulich schlechten Zustand und wird danach dem Verfall preisgegeben.
1471 unternimmt der Landgraf Ludwig II. von Hessen noch einen Versuch die Burg notdürftig zu erhalten. Die Karthäuser Mönche vom Kloster Eppenberg werden beauftragt eine Kapelle zu erneuern und allwöchentlich für den Landgrafen eine Messe zu lesen. Wenig später mochten sich die Mönche nicht mehr der Mühe unterziehen, die Höhe des Berges zu erklimmen. Die Burg verfällt immer mehr und wird mit der Zeit von Bäumen und Büschen überwuchert. Nur gelegentlich verirrt sich ein Wanderer auf die Höhe des Berges.
1761 beziehen französische Truppen für etwa sieben Wochen die Bergkuppe. Im Edertal finden Scharmützel statt. Am Hang des Heiligenberges, an der Straße von Gensungen nach Heßlar und hinter dem Mittelhof legen die Franzosen Erdbefestigungen (Schanzen) an.
Heiligenberg aus ungewöhnlicher Perspektive
Die nachfolgenden Fotografien stellte uns Andy Bitterer kostenlos zur Verfügung.
Herr Bitterer war war von der A7 abgefahren, um eine Rast zu machen, sah unsere Burg und entschloss sich kurzerhand mit seiner Kamera und Drohne diese Luftaufnahmen zu machen. Für diese wunderschönen Bilder bedankt sich der Heiligenbergverein recht herzlich.

ars natura 
Der Heiligenbergverein kümmert sich um die Pflege und Erhaltung der Kunstwerke des Teilabschnitts 1.
Sie finden den Zugang von der Autobahn kommend in Richtung Fritzlar-Felsberg. 1 km von der B253 entfernt zum Wanderparkplatz am Heiligenberg. Beschildert ist der Zugang an der B253 mit „Burg Heiligenberg“ und „ARS NATURA“.
Nach Absprache können Führungen vereinbart werden.
Kontaktadresse: Fritz Strack Tel. 05662/2575
Dorfmusikanten
Felsberg die 3-Burgenstadt im Edertal
Kirchspiel Gensungen
Heiligenberg-Blog, betrieben von Konrad Rennert
Burghotel Heiligenberg
Burgverein Felsberg
www.gensunger-stuben.de
www.museum-gensungen.de